HausverwalterTicker       



   












  
                                                                                                                    
Wanddurchbruch: Ist die Verbindung zweier Eigentumswohnungen zulässig?          zurück

 
Manches Mal bietet es sich für einen Eigentümer an, zwei seiner Wohnungen in eine zu verwandeln
wenn etwa die eigenen Bedürfnisse eine Vergrößerung erfordern oder die Lage eine Vermietung
bzw. den Verkauf an quadratmeter-liebende Interessenten hergibt. Doch was sagt das Gesetz
dazu? Vor allem, wenn eine tragende Wand eine ebenfalls tragende Rolle spielt?

Ein Beispiel:
Ein Wohnungseigentümer plant, zwei seiner nebeneinanderliegenden Wohnungen zu verbinden.
Zwischen dem Flur seiner Wohnung Nummer 1 und dem Wohnzimmer seiner Wohnung Nummer 2
liegt eine gemeinsame, tragende Wand. Hier beabsichtigt er, eine Tür einzubauen. Aus diesem
Grund stellt er einen entsprechenden
Beschlussantrag zur Abstimmung in der Wohnungseigentümerversammlung. Dieser wird
mehrheitlich abgelehnt. Daraufhin erhebt der Eigentümer Anfechtungsklage.

Erfolgreich:

Wenn weder Brandschutz noch Statik des Gebäudes Einbußen erfahren, ist der Durchbruch
einer Wand gestattet, selbst wenn

• diese tragend ist
• die übrigen Wohnungseigentümer durch die notwendigen Schritte vorübergehende
Störungen durch Lärm und Feuchtigkeit in Kauf nehmen müssen

Das bedeutet: Sollte die beabsichtigte bauliche Veränderung die Rechte der übrigen
Eigentümer nicht über das bei einem geordneten Zusammenleben unvermeidliche Maß hinaus
beeinträchtigen, haben Sie als Wohnungseigentümer einen Anspruch auf Genehmigung und
entsprechende Beschlussfassung.


Warum ist das so?

Eine Türöffnung bedeutet weder einen permanenten baulichen Mangel, noch stellt sie
einen Einschnitt in das gemeinschaftliche Eigentum dar. Sowohl die Standsicherheit des
Gebäudes bleibt durch Aussägen eines Teils der aus Stahlbeton bestehenden Wand
gewährleistet als auch der notwendige Brandschutz. Letzterer wird auf zweierlei Art
gesichert: durch horizontale Ebenen - also durch die Geschossdecken - und auch durch
den im Treppenhaus geebneten Fluchtweg.

Fazit:

Kurzfristig sind Defizite zwar möglich: eine Lärmbelästigung durch entsprechende
bauliche Maßnahmen sowie geringfügige Feuchteflecken an der Decke der unterhalb
gelegenen Wohnung durch das beim Sägen verwendete Kühlwasser - trotz sorgfältigster Arbeit.

Dennoch:
Wenn der ausführende Wohnungseigentümer für die Beseitigung etwaiger
Feuchtigkeitsschäden Sorge trägt, stellen laut Gericht beide Faktoren keinen wirklichen
Nachteil für die übrigen Eigentümer dar und sind somit zumutbar
(AG Karlsruhe, Urteil v. 15.7.2015, 9 C 299/14 WEG).

Wenn Sie als Eigentümer auch in Sachen Immobilien-Know-how einen Durchbruch erfahren
wollen, wenden Sie sich vertrauensvoll an das erfahrene Team von INTER-WOHNUNGEN.
So profitieren Sie von fundiertem Sachverstand.



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